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Ausstellung Ausleihen

Portal: Ausstellungen Leihen

Seit über zwanzig Jahren kuratiere ich Ausstellungen. In den vergangenen Jahren habe ich mit meinem Team Fotoausstellungen über Frauen auf der Flucht, das Thema Heimat und Vertreibung oder Comics und Graphic Novels realisiert.

Ich freue mich deshalb sehr, jetzt eine neue Webseite zu präsentieren, die alle Ausstellungen zeigt – und über die direkt gebucht werden kann. Und das Beste an der Sache: Wer selbst eine Ausstellung vermieten möchte, kann auf unseren Service zurückgreifen.

www.ausstellung-leihen.de

Digitale Kirche Thesen

Empfehlungen für die #digitalekirche

Innovation macht Spaß – vor allem, wenn so unterschiedliche Menschen zusammenkommen wie beim ersten Barcamp Kirche in Süddeutschland, das im November 2019 im Wizeman Space in Stuttgart stattfand. Dort diskutierten rund 80 TeilnehmerInnen über den digitalen Wandel.

Zum Auftakt gab es verschiedene Impulsvorträge. Ich habe mich sehr gefreut, über unsere Erfahrungen mit der Digitalisierung im Evangelischen Presseverband für Bayern (EPV) berichten zu können. Wir haben vor fünf Jahren mit dem Digitalisierungs- und Transformationsprozess unseres Medienhauses begonnen – und werden immer häufiger für die Beratung von Einrichtungen hinzugezogen.

Im Sonntagsblatt habe ich die wichtigsten Tipps und Empfehlungen für die Digitalisierung von kirchlichen Einrichtungen zusammengefasst.

Rainer Fechter Liebe

Lernagentur an der FAU Erlangen: Pressefotografie in Nürnberg

Was bedeutet kuratieren heute? – Der Begriff des Kuratierens hat in den vergangenen Jahren einen Bedeutungswandel erfahren. Beschränkte er sich früher vor allem auf den Bereich der Konzeption und Realisation von Ausstellungen, so wird er heute sehr viel weiter gefasst. Gleichwohl befinden sich KuratorInnen immer noch an der Schnittstelle zwischen Kunst, Institution und Öffentlichkeit. In meinem aktuellen Seminar an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen (FAU) erkunden wir das Thema Kuratieren – und arbeiten ganz praktisch an der Konzeption einer Ausstellung.

In diesem Sommersemester lade ich die Studierenden der Friedrich-Alexander-Universität ein, an einer „Lernagentur“ teilzunehmen. Gemeinsam arbeiten wir an einem konkreten Ausstellungsprojekt. Unterstützt werden wir dabei von ExpertInnen aus dem Ausstellungswesen, darunter PR-Profis, Ausstellungsmacher oder KuratorInnen.

Pressefotograf Rainer Fechter

Ausgangspunkt der Lernagentur bildet der fotografische Nachlass des Pressefotografen Hans Rainer Fechter im Archiv des Evangelischen Presseverbands für Bayern e.V.. Der Nürnberger Fotograf hat in den 1980er und 1990er Jahren zahlreiche Ereignisse in der Region rund um Nürnberg mit seiner Kamera festgehalten. In seiner Dunkelkammer entwickelte er analog die Schwarz-Weiß-Fotos und verkaufte sie an Nachrichtenagenturen, Zeitungen und Magazine.

Ziel des Seminars ist es, eine kleine Ausstellung zum 80. Geburtstag des Fotografen Fechter zu erstellen. Diese soll einen Teil des Werkes präsentieren, aber auch die Bedingungen und Themen der journalistischen Pressefotografie in Nürnberg erkunden und untersuchen. Auftraggeber der Ausstellung ist der Evangelische Presseverband für Bayern e.V., Kooperationspartner sind unter anderem das landeskirchliche Archiv und das Diakoniemuseum Rummelsberg sowie die Ausstellungsplattform ausstellung-leihen.de.

Pressefotograf Rainer Fechter: „No Fun“.

Die Lernagentur beschäftigt sich auch mit dem Wandel eines Berufsstandes. Bereits im 19. Jahrhundert erschienen Zeitschriften, die mit Holzstichen illustriert wurden. Der technische Fortschritt ermöglichte den Abdruck von Fotografien – und begründete den Berufsstand der Pressefotografen.

Pressefotografen bedienten die Redaktionen mit einer Vielzahl aktueller Motive. Gleichzeitig gründeten sich die ersten professionellen Bildagenturen.

Schon früh begannen die Redaktionen, Fotos zu bearbeiten. Mit Retusche, Beschnitt und Collagen sollte die Wirkung der Fotos gesteigert werden. Schon während des Ersten Weltkrieges dienten Fotos auch der Propaganda.

Nach dem Zweiten Weltkrieg etablierte sich nicht nur der Berufsstand; auch die Vielfalt der Angebote nahm kontinuierlich zu. In den Bildredaktionen sind bis heute RedakteurInnen beschäftigt, die das journalistische Angebot mit Bildreportagen, Fotografien und Schnappschüssen bereichern.

„Kuratorisches Handeln stellt aktiv Öffentlichkeit her und bringt dadurch temporär heterogene Produktions- und Rezeptionsgemeinschaften hervor, die sich mit ergebnisoffenem Ausgang über ästhetische Vorlieben, erwünschte Tradierungen, multidirektionale Formen der Erinnerung, gesellschaftspolitische Ziele und als angemessen betrachtete Lebensweisen verständigen müssen.“

Annette von Tietenberg, Institut für Auslandsbeziehungen

Lernagentur: Ausstellungskonzept entwickeln in Echtzeit

Die Lernagentur des Masterstudiengangs „Medien – Ethik – Religion“ des Fachbereichs Christliche Publizistik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen können die Studierenden praktische Erfahrungen sammeln und ihren Wissensstand erweitern. Sie bekommen die Chance, sich intensiv mit einer komplexen Thematik auseinanderzusetzen und lernen kreative und innovative Methoden kennen, mit denen sie später arbeiten können.

Mit der Lernagentur bekommen die Studierenden die Gelegenheit, ein Projekt in Echtzeit zu betreuen. Nach einem ausführlichen Briefing und Kennenlernen der Materie sollen die Studierenden ihr Können unter Beweis stellen. Wie sieht Pressefotografie in Nürnberg aus? Wie waren die Arbeitsbedingungen für Pressefotografen in den 1980er Jahren? Welche Themen standen im Mittelpunkt? Nach einer Phase der Recherche und Analyse geht es mit Brainstormings und Gruppenarbeiten darum, ein tragfähiges Konzept für die Ausstellung zu entwickeln und inhaltlich daran zu arbeiten.

Rückseite des Fotos "No fun" mit Beschriftung durch die Redaktion und Archiv-Erfassung. Quelle: Evangelischer Presseverband für Bayern e.V.
Rückseite des Fotos „No fun“ von Rainer Fechter mit Beschriftung durch die Redaktion und Archiv-Erfassung. Quelle: Evangelischer Presseverband für Bayern e.V.
Ausstellung Rebellinnen

Starke Frauen: Ausstellung „Rebellinnen“

Schon lange verfolgt mich die Idee, eine Ausstellung über inspirierende Frauengestalten zu realisieren. Mit meinem Team aus dem Evangelischen Presseverband für Bayern haben wir 2021 begonnen, eine Liste mit spannenden und interessanten Persönlichkeiten aus dem deutschsprachigen Raum zu führen.

Im Jahr 2022 konnten wir nun die Ausstellung endlich realisieren. „Rebellinnen“ lautet der Titel einer Schau, die Frauen verschiedener Epochen aus dem deutschsprachigen Raum vorstellt. Viele dieser Frauen sind berühmt, einige weniger bekannt. Eines aber vereint sie alle: Ihr Leben und ihre Taten haben unsere Gesellschaft verändert. Ihre Lebenswege ermutigen uns dazu, unseren eigenen Weg zu gehen und unsere Ziele nicht aus den Augen zu verlieren.

Kooperationspartner der Ausstellung „Rebellinnen“

Zu meinem kuratorischen Konzept gehört die Vernetzung mit verschiedenen Organisationen. Für die „Rebellinnen“-Ausstellung haben wir großartige Kooperationspartner gefunden:

Ausstellung kann ausgeliehen werden

Die Ausstellung „Rebellinnen“ ist eine von insgesamt neun Ausstellungen, die wir innerhalb des Evangelischen Presseverbands für Bayern ausleihen. Das Ausstellungspaket umfasst hochwertige Alu-Tafeln inklusive Hängevorrichtung, kostenloses Werbematerial sowie multimediales Zusatzmaterial online. Sie eignet sich für Bildungseinrichtungen und Kommunen ebenso wie für Kirchengemeinden und Museen.

Die Ausstellung „Rebellinnen“ soll mit jedem Ort, an dem sie gezeigt wird, um ein Frauenporträt erweitert werden.

Hier geht es zur Ausstellung „Rebellinnen“

Konzeption für Webseite und Social Media

Studierende entwickeln Ideen für die Hochschul-Webseite

Wie kann die Webseite des Fachbereichs Theologie an der FAU Erlangen attraktiver gestaltet werden? Mit dieser Frage startete ich mein Seminar im Bereich „Online-Kommunikation“ für den Masterstudiengang „Medien – Ethik – Religion“ .

Innerhalb eines Semesters entwickelten zwölf Studierende ein Konzept für die Webseite und die des Fachbereichs Theologie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen.

Konzept für die Webseite und Social Media

Dafür beschäftigten sie sich mit den klassischen Elementen einer PR-Konzeption:

  • Sie analysierten bestehende Webseiten anderer Hochschulen und verglichen die Angebote.
  • In Kleingruppenarbeit entwickelten sie ausgehend von den Informationen der Universität eigene Personas
  • Diese Personas waren die Grundlage für einen kreativen Workshop, bei den Ansprache, Formate und Ideen für die Webseite entwickelt wurden.
  • Mit dem Instrument der Customer-Journey wurden die Ideen erprobt und überprüft, ob die zuvor gestellten Annahmen auch stimmen.
  • Schließlich wurden in einen Innovations-Workshop ganz konkrete Formate entwickelt, mit denen die Webseite und die Social-Media-Kanäle künftig bespielt werden könnten.
Modell für Formatentwicklung

Format-Entwicklung für Webseite und Social Media

In dem Seminar wurden verschiedene Formate entwickelt und diskutiert. Ziel war es, möglichst präzise auf die Bedürfnisse der Personas zu antworten. Drei Beispiele:

Ehemalige Studierende erzählen

Wie wäre es, wenn aktive und ehemalige Studierende erzählen, was sie im Bachelor gemacht haben, weshalb sie „Medien – Ethik – Religion“ studieren, was sie aus dem Studium mitnehmen/mitgenommen haben, was sie als Berufsziel anstreben und schließlich was sie geworden sind.
Die Videos könnten auf Youtube veröffentlicht und in der Webseite eingebunden werden. Das Angebot richtet sich an SchülerInnen und Schüler sowie junge Studierende in der Orientierungsphase.

Schnuppertag am Fachbereich

Wie könnten interessierte SchülerInnen in der Orientierungsphase besser verstehen, was in dem Studiengang geschieht? Mit einem virtuellen Schnuppertag, der als Video aufgezeichnet wird, könnten das Lehrpersonal und ihre Themen und Fachbereiche vorgestellt werden. Denkbar wäre auch eine Kombination mit einer Zoom-Konferenz, bei der die SchülerInnen dann ins Gespräch kommen können mit dem Lehrpersonal.

5 Fragen an…

Für Social-Media-Kanäle könnte ein Format entwickelt werden, bei dem einzelne Forschungsprojekte und Studierende vorgestellt werden. In Storys oder mit Hilfe von Slidern könnten Fachbeiträge zusammengefasst werden. Wichtig hierbei: Die knapp gebündelten Informatioen, die einen Überblick ermöglichen und gezielt für die Social-Kanäle produziert werden.

Dokumentation der Ergebnisse

Alle Ergebnisse des Seminars wurden in einem gemeinsamen Dokument gesammelt. Die Ergebnisse der praktischen Forschungsarbeit können in diesem PDF zum Download nachgelesen werden:

Podcast Ethik Digital

Podcast „Ethik Digital“

Die Digitalisierung unserer Gesellschaft schreitet voran. Wo können wir uns orientieren und eine eigene Haltung zur Technologie und Entwicklungen in KI oder Algorithmen finden? Als Leiterin der Abteilung Crossmedia im EPV beschäftige ich mich intensive mit Transformation und Veränderung. Die Frage nach dem Umgang mit digitalen Entwicklungen treibt mich schon seit längerem um.

Nach einigen Recherchen und vielen Gesprächen habe ich mich 2021 dazu entschlossen, ein neues Format zu entwickeln, mit dem genau diese Fragen beantwortet werden sollen. Um eine möglichst breite Öffentlichkeit zu erreichen, entschloss ich mich, das Format als Podcast und Vlog zu realisieren. Gemeinsam mit dem Ethikbeauftragten der evangelischen Landeskirche, Thomas Zeilingerm und meiner epd-Kollegin Christine Ulrich entwickelten wir ein Konzept und das Format.

Podcast Ethik Digital

Im Podcast „Ethik Digital“ sprechen wir mit Expert*innen aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft über digitale Ethik – und suchen nach Antworten für unser menschliches Handeln.

In unseren Gesprächen mit Forschern und Akteuren wollen wir herausfinden, wie weit Entwicklungen gediehen sind und wo die ethischen Herausforderungen liegen. Da die Fragen nach Gut und Böse, nach Richtig und Unangemessen jeden Menschen betreffen, ist der Podcast allgemeinverständlich und setzt nah am Alltag an.
 
„Ethik Digital”: Wir haben diesen Namen gewählt, weil da alles drinsteckt. Es geht um digitale Ethik, um Ethik für die digitale Welt, und natürlich ist ein Podcast auch ein genuines Produkt der Digitalität. Unsere Themenpalette ist bunt und umfasst viele Aspekte unseres Lebens, die sich durch die Digitalität grundlegend verändern.

Crossmediale Produktion

Das Format wird crossmedial produziert. Wir zeichnen das Gespräch über Zoom auf. Das Video wird geschnitten und auf Youtube veröffentlicht. Die Audiospur wird bearbeitet und erscheint als klassischer Podcast. Das Gespräch transkribieren wir aber auch und veröffentlichen es noch als Artikel im Onlinemagazin Sonntagsblatt.

Das ist eine aufwendige Arbeit – die sich aber lohnt, weil wir damit über verschiedene Kanäle auch ein sehr differenziertes und unterschiedliches Publikum erreichen.

Podcast Ethik Digital – Zitate aus den Gesprächen

Wissen, Orientierung und Suche nach Antwort

Podcast Ethik Digital

In was für einer digitalen Welt möchten wir leben? Wir ergründen ethische Positionen und diskutieren über Vorstellungen und Werte. Der Podcast „Ethik Digital“ vermittelt Wissen, gibt Orientierung und sucht nach Antworten. Der Podcast „Ethik Digital“ erscheint monatlich – hier sind die Links zu den Abos:
Spotify
Podcaster

Google
Apple Podcasts
Deezer
Pocket Cast
Amazon
Listen Notes
Player fm

Die Youtube-Playliste zum Podcast Ethik Digital:

Mit wem sollte ich in dem Podcast sprechen? Wenn Ihr einen konkreten Vorschlag habt, schreibt mir: rharmsen@epv.de.

Seminar FAU Erlangen

Wie geht PR heute? FAU-Seminar „Digitale Kommunikation“

Seminar an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen

Sind die Medien noch die vierte Gewalt – oder haben längst die großen Plattformen und die Wirtschaftskonzerne mit ihren PR-Agenturen die Kommunikationswelt erobert? Wie funktionieren Online-Kommunikation und PR heute in kleinen und mittelständischen Organisationen, in NPO und NGO? Wie gehen die Einrichtungen mit der Digitalisierung um?

In diesem Wintersemester 2020/2021 biete ich im Rahmen des Studiengangs Medien – Ethik – Religion ein Seminar an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen (FAU) an. Sehr wichtig ist mir bei den Seminaren die Verbindung von Theorie und Praxis.

Wir haben eine schöne Kooperation mit dem Media Lab Ansbach. Bei einem eintätigen Workshop bekommen die Studierenden Einblick in Innovationsmethoden. Host ist unter anderem Svenja Weiß vom Media Lab Ansbach. Als Coworking-Space und Ideen-Inkubator unterstützt das Media Lab Ansbach Medienpioniere und junge Talente dabei, neue Ideen für den digitalen Journalismus zu entwickeln und umzusetzen.

Martin Wohlrabe spricht über „Litigation-PR“ und die Frage, wie Reputationsmanagement und Ethik zusammenhängen – oder aber auch nicht.

Expertinnen und Experten im Seminar PR & Online-Kommunikation

Digitale Kommunikation hat viele Facetten. In meinem Seminar lade ich immer viele spannende Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Verbänden, aber auch NPO und NGO ein. Die Liste meiner Gäste in diesem Herbstsemester kann sich sehen lassen:

Stolperstein

Stolperstein für Hans-Bernd von Haeften

Ein Stolperstein erinnert seit November 2021 an den Widerstandskämpfer Hans-Bernd von Haeften. Der Stolperstein befindet sich in der Wilhelmstraße und gehört zu einer der größten Stolpersteinprojekte, die es in Berlin gibt. Insgesamt wurden in der Berliner Wilhelmstraße 92 (früher Hausnummer 76) 56 Stolpersteine verlegt. Sie tragen die Namen der Verfolgten und von Widerstandskämpfern im Außenministerium.

Widerstand gegen den Nationalsozialismus: Stolperstein für Hans-Bernd von Haeften

Hans-Bernd von Haeften (1905 – 1944) war für die Verschwörer um Claus Schenk Graf von Stauffenberg einer der wichtigsten Vertrauensleute im Auswärtigen Amt. Als Mitglied des Kreisauer Kreises schrieb er an zahlreichen Denkschriften mit. Nach erfolgtem Umsturz sollte er Staatssekretär im Auswärtigen Amt werden.

Nach dem Scheitern des Umsturzversuches vom 20. Juli 1944 fuhr Hans-Bernd von Haeften noch ein letztes Mal zu seiner Familie und kehrte am 22. Juli zurück nach Berlin. Einen Tag später wurde er von der Gestapo verhaftet, am 15. August 1944 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und wenige Stunden danach in Berlin-Plötzensee ermordet.

Die Stelle der Stolpersteine an der Wilhelmstraße wurde mit einer Stolperschwelle markiert mit dem Text:

„Hier befand sich von 1870 – 1945 das Auswärtige Amt des Deutschen Reichs. Im Gedenken an die Angehörigen des Auswärtigen Amtes, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden aufgrund ihres Glaubens, ihrer Herkunft, Abstammung, politischen Haltung, sexueller Orientierung, Weltanschauung.“

Stolperschwelle an der Wilhelmstraße

Stolpersteinverlegung Gunter Demnig, Wilhelmstraße Berlin, Foto: Nihad Nino Pušija.

Gedenktafeln aus Messing von Gunter Demnig

Mit der im Boden verlegten kleinen Gedenktafeln aus Messing will der Künstler Gunter Demnig an die Opfer der NS-Zeit erinnern. Inzwischen befinden sich in ganz Deutschland Stolpersteine – über 1.200 Kommunen und 21 Länder in Europa unterstützen das Projekt.

Für die 56 Stolpersteine wurden die Biografien nachgezeichnet. Rund zwei Drittel der Verfolgten wurden demnach aus antisemitischen Gründen verfolgt. Viele waren den Angaben zufolge konvertiert, oftmals zur evangelischen Kirche, wurden aber aufgrund der eigenen Abstammung oder der ihrer Frau rassistisch verfolgt. Nur einer der 56 »Stolpersteine« erinnert an eine Frau: die im Juni 1944 in Plötzensee hingerichtete Ilse Stöbe, die im Widerstand gegen die Nationalsozialisten aktiv war.

Der Anstoß für die Verlegung der Stolpersteine kam vom Archiv des Auswärtigen Amtes. Zum 150-jährigen Bestehen des Amtes wurde in einem Beitrag der Mitarbeiterzeitschrift auch an die Diplomaten erinnert, die sich gegen das nationalsozialistische Regime stellten. Viele Mitarbeiter emigrierten oder blieben im Ausland, andere wurden entlassen, wiederum andere verfolgt.

Der Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Miguel Berger, erklärte anlässlich der Enthüllung der Stolpersteine, dass die Behörde für die Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle in der Zeit des Nationalsozialismus viele Jahre benötigt habe. Heute setze sich das Auswärtige Amt aktiv für Vielfalt ein, etwa mit den „Diplomats of Colour“ oder der Initiative „Rainbow“, die sich für Diversität im Amt einsetzt. „Die Stolpersteine sollen uns daran erinnern, wie kostbar unsere Freiheit ist, wie kostbar es ist, dass wir als Unterschiedliche zusammenkommen“, sagte Berger.

Grußwort von Miguel Berger, Auswärtiges Amt
Stolpersteinverlegung Gunter Demnig, Wilhelmstraße Berlin, Foto: Nihad Nino Pušija.
Thomas Lohnes

Foto-Ausstellung „Gesichter der Nächstenliebe“

Alle zwei Jahre organisiere ich mit meinem Team den Lagois-Fotowettbewerb. Die mit 5.000 dotierte Auszeichnung ist einer der wenigen Fotopreise mit sozialpolitischer Ausrichtung in Deutschland. Der Fotowettbewerb erinnert an den Medienpfarrer Martin Lagois, der mit seiner Leica-Kamera durch Bayern, aber auch nach Papua-Neuguinea oder Tansania reiste, um dort das kirchliche und gesellschaftliche Leben festzuhalten. 

Lagois-Fotowettbewerb „Gesichter der Nächstenliebe“

Was hätte Lagois wohl getan während der Corona-Pandemie? Diese Frage haben wir uns gestellt, als wir nach dem Wettbewerbsthema 2020/21 gesucht haben. Wir waren uns schnell einig: Er hätte sich den Menschen gewidmet, die in der Pandemie nicht gesehen werden. 

Und so entstand der Titel des Wettbewerbs: “Gesichter der Nächstenliebe”. An dem Wettbewerb haben sich über 100 Fotografinnen und Fotografen beteiligt. Die Preisverleihung auf der Consozial in Nürnberg war ein großer Erfolg. Ab sofort kann die Fotoausstellung, die aus 40 hochwertigen Alu-Dibond-Tafeln besteht, auch ausgeliehen werden.

Schirmherr des Wettbewerbs ist der Münchner Regionalbischof Christian Kopp. Weitere Kooperationspartner sind die Evangelische Jugend Bayern, das Diakonische Werk Bayern, die Druckerei Pigture sowie die Messe Consozial.

Seit 2008 wird der Fotopreis vom Evangelischen Presseverband für Bayern e.V. (EPV) vergeben. Namensgeber ist Pfarrer Martin Lagois (1912-1997), der die evangelische Publizistik prägte. Der Wettbewerb umfasst Preisgelder für den Fotopreis, den Förderpreis sowie Jugendfotopreise in Höhe von insgesamt 5.000 Euro, einen Katalog und eine Wanderausstellung

Zur Ausstellung „Gesichter der Nächstenliebe“ gibt es auch einen Flyer mit allen Informationen rund um die Ausleihe, der hier als PDF heruntergeladen werden kann.